Besonders helle Kunststoffteile vertragen UV-Strahlung nicht gut, das zeigen vor allem Computergehäuse aus den 80er und 90er Jahren, die viele sogar nur als vergilbt in Erinnerung haben. Auch diese waren einmal hellgrau oder weiß.
Ich habe schon öfter über Methoden gelesen, wie man dieses vergilben chemisch wieder rückgängig machen können soll. „retr0bright“ ist eine dieser Möglichkeiten.
Ich habe mich testweise für einen leicht anderen Ansatz entschieden:
Die Grundchemikalie um das Gelbe zu entfernen ist Wasserstoffperoxid, ein recht gefährlicher Stoff der auch einigen Handelsbeschränkungen unterliegt. Das Problem ist nicht nur diese Chemikalie zu beschaffen, sondern auch diese dann am Kunststoffteil gleichmäßig haftbar zu machen, damit ebenmäßig ausgeblichen wird.
Es stellt sich heraus, das es eine „streichfertige“ Lösung beider Probleme gibt, und zwar im Zubehörhandel für Kosmetik- und Friseurbedarf. Nämlich „Oxydationsentwickler“!
Rechtliche Rahmenbedingungen
Die maximale Konzentration, die so ein Oxydationsentwickler in Deutschland bzw. Europa haben darf, sind 12% Wasserstoffperoxid. Klingt wenig, ist es aber nicht – Das wirkt gerade auf die Haut stark und ist mit äußerster Vorsicht zu genießen.
Fertige Gebinde gibt es mit diesem Konzentrationgrad mehrere, ich habe eine günstige Variante von „Comair*“ gekauft, 1 Liter.
Einsatz
Eigentlich simpel:
- Das Kunststoffteil gründlich reinigen, am Besten mit Isopropanol
- Alles was empfindlich ist abmontieren oder abkleben (Aufkleber)
- Die Creme mit einem Pinsel möglichst gleichmäßig auf das Kunststoffteil streichen
- Das eingestrichene Objekt mit Frischhaltefolie einpacken
- In die pralle Sonne legen oder eine UV-Lichtquelle verwenden
…das funktioniert. Mit der Sonne als UV-Quelle dauert es einige Stunden oder unter Umständen auch mehrere Tage für einige Stunden aber es funktioniert wirklich gut. Immer wieder schauen wie weit das Kunststoff ausgeblichen wurde ist ratsam, um den richtigen Moment zum aus der Sonne nehmen zu erwischen.