Um festzulegen was machbar ist, muss man zuerst die Limits kennen. Der Partitionsstil ist natürlich Master Boot Record, das limitiert jeden Datenträger auf vier bootbare Partitionen bzw. eine Gesamtgröße von maximal 2 TB.
Zusätzlich kann Windows 98 SE im Originalzustand keine Laufwerke mit mehr als 137 GB Kapazität ansprechen, eine Installation ist nicht möglich. Dazu muss die sogenannte 48-Bit LBA-Unterstützung aktiviert und anschließend ein neues Installationsmedium erzeugt (und gebrannt) werden. Außerdem funktioniert 98 nicht korrekt mit mehr als 512 MB Arbeitsspeicher – Auch das kann umgangen werden, allerdings erst nach der Installation. Bis dahin sollten 512 MB oder weniger im System verbaut sein.
Was ist nun machbar?
In den Systemen sind jeweils zwei Festplatten verbaut, das würde theoretisch 8 Betriebssysteme ermöglichen. Klingt viel, ist auch viel. Macht auch keinen Sinn. Viele sind es trotzdem geworden:
Festplatte #1:
- Windows 98 SE (32-Bit), FAT32
- Windows Vista Enterprise (32-Bit), NTFS
- Debian 12 Bookworm (32-Bit), EXT4
- 4 GB SWAP
Festplatte #2:
- Windows 2000 Professional (32-Bit), NTFS
- Windows XP Professional (32-Bit), NTFS
- Linux Mint 19 Tara (32-Bit), EXT4
- 4 GB SWAP
Also sechs Betriebssysteme, alle 32-Bit – Der verbaute RAM beträgt insgesamt 4 GB und der Celeron D versteht 64-Bit Instruktionen nicht einmal. Das Ganze so hinzubekommen war eine komplexe Aufgabe, gerade die alten Betriebssysteme sind gerne sehr zickig. Wie auch bei anderen Mehrfach-Boot-Aktionen ist die goldene Regel immer von alt nach neu zu installieren.
Es war bei der Installation immer nur die geplante Festplatte angeschlossen und die Partitionen wurden ganz zu Beginn mittels GParted einer von CD gebooteten Live-Session erstellt. Obwohl ich in diesem Bereich viel Erfahrung habe brauchte ich mehrere Anläufe bis alles so war wie es jetzt ist. Das Windows 98 sogar im Setup hin und wieder Bluescreened war nicht besonders hilfreich.
Natürlich ist es so eher eine akademische Herausforderung gewesen als echter Nutzen. Windows Vista läuft mit nur einem langsamen Kern von einer PATA-Festplatte wirklich schlecht. Debian Bookworm hat schlimme Grafikglitches.
Hier also die Systeminfos unter allen verschiedenen Betriebssystemen beim P4-System:






Und dasselbe nochmal für das Celeron D System:






Mehr RAM bei Windows 98
Dazu gibt es einen richtig guten Patch von R. Loew. Dieser war lange Zeit kostenpflichtig, da der gute Mann aber mittlerweile leider verstorben ist stellen seine Erben diesen nun kostenlos bereit. Applaus dafür.
Installiert wird das OS zuerst mit 512 MB oder weniger RAM, ich hatte 128 MB im System (ein Riegel). Nach erfolgreichem Boot wird dann der Patch einmalig ausgeführt und das System heruntergefahren. Jetzt kann mehr Arbeitsspeicher eingebaut werden und das System läuft als wäre nie etwas gewesen. Noch besser geht es einfach nicht. Die 4 GB RAM sind allen anderen Betriebssystemen von größtem Nutzen.
Bootloader?
Um den Bootloader nicht überladen werden zu lassen habe ich etwas getrickst:
Verwendet habe ich den originalen Loader von Windows Vista. Modifiziert wurde dieser mit EasyBCD – Der Trick ist zu „chainloaden“. Dadurch das Windows 2000 und XP beide die boot.ini in Verbindung mit bootmgr nutzen, habe ich also diese zwei zusammengefasst. Linux Mint und Debian nutzen beide GRUB 2, auch diese wurden zusammengefasst. Das Ergebnis sieht dann so aus:
