Virtualisierungshardware für Proxmox

Veröffentlicht am 25. Dezember 2025 um 10:33

Für mich war VMware ESXi vor einigen Jahren der Einstieg in die Welt der Virtualisierungsserver. Das ist naheliegend, zuvor und bis heute war bzw. bin ich reger Nutzer von VMware Workstation unter Windows.

Nachdem ich später von Proxmox las hat mich das sofort interessiert:
Die nicht wirklich vorhandenen Einschränkungen bei kostenloser Nutzung und das Geschäftsmodell der Entwickler sind einfach besser als bei VMware ESXi. Zumal diese mittlerweile von Broadcom übernommen wurden und sich die Umstände nochmals verschlechtert haben. Open Source ist am Ende einfach immer das Beste.

Um unabhängig von der umhergreifenden Cloud-Manie zu sein, habe ich irgendwann aus ausgesonderten Komponenten und zwei gleichen Festplatten samt Boot-SSD ein „experimentellen“ Proxmox-Server auf meinem Benchtable zusammengebaut. Alles lief auf Anhieb problemlos und das mit wenig spezifischem Vorwissen meinerseits.

Nach etwas „herumspielen“ war klar das ich einen 24/7 Proxmoxserver bauen und betreiben wollte.

In welche Richtung soll es gehen?

Mit die beste Hardware für den Betrieb im Privatumfeld sind Mini-PCs, wie es sie in vielen Formen und Ausführungen gibt. Empfehlenswert sind da die aufbereiteten Exemplare von Lenovo, Dell, HP und ähnlichen großen OEMs. Der Softwaresupport ist einfach besser im Vergleich zu No-Name Fernost-Varianten und die Verarbeitungsqualität durchweg gut. Davon abgesehen laufen viele dieser in kommerziellem Umfeld jahrelang was zu einer sehr guten Ersatzteilversorgung führt.

Warum genau solche Geräte?

  • Niedriger Stromverbrauch
  • Recht leise
  • Wenig Platzbedarf
  • Verhältnismäßig leistungsstark
  • Oft gesockelte CPUs und gesteckter RAM

Einen oder mehrere Mini-PCs.

In meinem Fall nicht: Ich kam über Umwege an Hardware die ich ebenfalls für geeignet hielt. Zuerst kam mir ein Dell Latitude E5270 Subnotebook von 2016 mit 12,5″ Display in die Hände. Ein gut verarbeitetes Gerät, es hatte nur einen großen Makel: In Zeiten der COVID-Pandemie wurde es zusammen mit einer Flasche Desinfektionsmittel in einem Rucksack gelagert. Diese Flasche lief über Zeit aus und der Inhalt gelangte in das Notebook und besonders in das Touchdisplay. Der Kleber im gesamten Gerät löste sich – Das Backlight im Display nahm unwiederbringlich Schaden. Alles voller Flecken und an den Rändern trat überall Klebstoff aus.

Als Recyclingmaßnahme wurde dieses Notebook mit entferntem Display, ausgebauten Antennen und ohne WLAN-Karte zu unserem ersten Proxmox-Server: Die Hardware war nicht sehr stark aber gut genug um einen sinnvollen Dauerbetrieb zu ermöglichen. Zwei stromsparende Kerne mit Hyperthreading, zwei Slots für RAM und je einen SATA und NVMe Platz klingt nutzbar.

Nur wenige Monate später kam der nächste Patient zu mir, dieser hatte nach gerade einmal knapp zwei Jahren das „Billignotebook-Scharnier-Herausbrechen“-Syndrom. Ein HP 17-by2132ng von 2019. Gute Spezifikationen auf dem Datenblatt, wirklich schlechtes Design. Sowohl die Verarbeitung als auch die Auslegung von allem ist nicht das Wahre. Das häuft sich in den letzten Jahren leider zunehmend.

Auch hier habe ich das Gerät geköpft, WLAN samt Bluetooth entfernt und Proxmox installiert. Hier lohnte sich auch viel RAM, den habe ich dazugekauft.

Beide Grundgeräte waren für mich somit kostenlos und daher bisher sinnvoller als Mini-PCs anzuschaffen. Zumal die CPUs in diesen Notebooks nur je 15 Watt TDP aufweisen, sehr sparsam.

Einsatzzwecke

In diesem Stadium hatte ich den Dell U-Zweikerner, der recht schwach auf der Brust ist aber trotzdem erstaunlich viel bewältigt und den HP, der ein Niedrigenergie-Vierkerner ist. Auf diesem laufen die anspruchsvolleren Dinge.

Um ganze Windowsumgebungen zu virtualisieren waren beide „ehemaligen“ Notebooks zu schwach. Ich habe mich dann für eine Aufteilung der Aufgaben entschieden:

  • Das Dell Notebook wird ein „Ultra Low Power Server“, sowohl Rechenleistung als auch Stromaufnahme sind niedrig. Die darauf laufenden Dienste sind hauptsächlich zum 24/7 Monitoring da.
  • Das HP wird der „Low Power Server“ um alle von mir gewünschten Dienste bereitzustellen. Alles was linuxbasierend ist wird hier 24/7 laufen.
  • Ein dicker Server mit möglichst vielen PCI-Express-Lanes – Um Windowsvirtualisierung mit guter Leistung zu realisieren, auch mit PCIe-Passthrough und vGPU. Dieser wird nur bei Bedarf laufen, die Stromaufnahme ist wesentlich höher als bei den anderen zwei.

Diesen High Performance Server habe ich daraufhin gebaut, wie und warum ist in den nächsten Beiträgen dokumentiert.

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