Unsere Photovoltaikanlage läuft!

Veröffentlicht am 11. Januar 2026 um 5:58

Am 05.01.2026 ist unsere Solaranlage in Betrieb gegangen. Es lief wie vorher geplant technisch reibungslos, nur der Zeitplan hat sich etwas verschoben – alles im Rahmen.

Unser Haus hat eine fast genaue Ost-West Ausrichtung und ist daher gut geeignet um möglichst viel Energie selbst zu nutzen, das ist wenn man alles berücksichtigt die finanziell sinnvollste Variante. Das Dach ist allerdings eher steil – suboptimal. Man kann sich das bei einem Altbau leider nicht aussuchen. Alles in allem trotzdem ein geeignetes Objekt: Nicht um Spitzenwerte zu erreichen aber um samt geplantem Elektroauto die Energiekosten stark zu reduzieren.

Eine reine Südausrichtung würde bei den jetzigen Vorschriften im Sommer öfter gedrosselt werden, da immer dann wenn niemand den Strom abnimmt alle kräftig einspeisen. Das ist bei einer Ost-West ausgerichteten Anlage wesentlich ausgeglichener – Weniger Gesamtleistung die dafür von früh morgens bis spät abends gleichmäßiger verteilt ist und somit wesentlich besser im Alltag genutzt werden kann.

Für eine Volleinspeisung ist eine relativ flache Südanlage natürlich immer noch das Optimale. Wie sich die Einstrahlung an der jeweiligen Immobilie verhält kann man in Baden-Württemberg auf dieser Website sehr ansehnlich nachschauen.

Die Einspeisevergütungen sehen für uns durch das Inbetriebnahmedatum (Die Werte gelten für eine Inbetriebnahme zwischen dem 1. August 2025 und dem 31. Januar 2026) für mindestens die nächsten 20 Jahre nach EEG so aus:

Leistung der PV-AnlageTeileinspeisung (mit Eigenverbrauch)
bis 10 kWp7,86 Cent/kWh
Leistungsteil ab 10 bis 40 kWp6,80 Cent/kWh

Auslegung und Planung

Unser relativ großes Haus im Verhältnis zum eher kleinen Grundstück und ist auf drei von vier Seiten grenzbebaut. Das bringt zwangsläufig einige Probleme auf verschiedenen Ebenen mit sich, Dachfläche ist keine davon – Davon haben wir mehr als genug, auch da ein ehemaliger Stall mit Heuboden direkt ans Haus angebaut ist. Diese Fläche lassen wir vorerst ungenutzt und haben nur den Wohnbereich mit Solarmodulen belegt, um zwei Kamine und drei Dachfenster herum.

Durch die starke Dachneigung und meine Abneigung gegenüber Höhen haben wir die gesamte Anlage bauen lassen, ohne Eigenleistung. Die wäre aber auch eine (finanziell attraktive) Option gewesen.

Zuerst muss man sich klarmachen was und wie alles umgesetzt werden soll:

  • Die geplante IT-Infrastruktur läuft 24/7 und benötigt daher dauerhaft einen gewissen Grundumsatz an Energie, unpassenderweise auch nachts und an sonnenarmen Wintertagen
  • Wenn technisch machbar wäre eine schwarzstartfähige, automatische Notstromfunktion für das gesamte Haus wünschenswert, das verkleinert auch die nötigen USVs da nur noch die (sehr niedrige) Umschaltzeit gebrückt werden muss
  • Der als normal angenommene 200 – 500 Watt Grundverbrauch in Einfamilienhäusern (ohne Wärmepumpe) wären bei uns eher über 1 kW und könnte auch Richtung 2 kW gehen
  • Anstatt einer ursprünglich geplanten, finanziell mittlerweile nicht mehr wirklich sinnvollen Solarthermieerweiterung unserer Fröling PE1 Pelletheizung soll ein dreiphasiger Heizstab in den 1000 Liter Warmwasserpeicher eingebaut werden, um trotzdem durch Sonnenenergie Warmwasser zu erzeugen und Pellets zu sparen. Eine E-Muffe war dort schon vorhanden (Warmwasserspeicher von Reisser)
  • Eine Remko Multisplitklimaanlage mit drei von vier Innengeräten ist vorhanden und hat sowohl beim Kühlen als auch beim Heizen starken Energiebedarf, hauptsächlich im Sommer

Für die mittelfristige Zukunft ist dann eine 22 kW Wallbox geplant, am liebsten zwei. Das kommt aber erst in Frage wenn wir ein Elektroauto angeschafft haben und das wird noch etwas dauern.

Angebote

Das ganze PV-Projekt lief dann bei uns folgendermaßen ab:

  • Recherche betreiben bzgl. Kosten / Nutzen, Komponenten, Software und Möglichkeiten
  • Eine grobe Planung erstellen und Wünsche festlegen
  • Das Projekt besprechen und Angebote einholen
  • Mit den Preisen dann ggf. Parameter ändern und Angebote anpassen
  • Angebot annehmen oder weitersuchen

Zuerst wollten wir an das gesetzlich steuerfreie Limit gehen was installierte Leistung angeht – Exzessiv dann knapp 30 kWp. Sehr viel für ein Einfamilienhaus, rein finanziell zu groß – die Amortisierungszeit verlängert sich stark. Extrem wurde die Anlage trotzdem: Um den „großen“ Rundsteuerempfänger samt Miete und allen Unannehmlichkeiten zu vermeiden und auch sonst elektrisch weniger umbauen und anpassen zu müssen haben wir im zweiten Angebotsanlauf die installierte Leistung auf knapp 25 kWp reduziert und dafür die Speicherkapazität des Stromspeichers vergrößert.

Wenn ich nicht eine wirklich breit gebaute IT-Infrastruktur innerhalb des Hauses geplant hätte wäre die Anlage sicher nicht so groß geworden. Bei der Hausrenovierung sollte man immer die Kosten im Blick haben – Auch wenn die Solarmodule selbst momentan wirklich günstig sind. Wie bei eigentlich allem ist die Arbeitszeit das teuerste, nicht das Material. Die üblichen ~10 kWp auf Einfamilienhäusern sind für 90% aller Haushalte das ideale Maß, auch finanziell.

Entscheidung?

In unserem Fall hat der Elektromeister, der zuvor schon unseren Zählerschrank gebaut hatte im Anschluss das PV-Projekt komplett übernommen. Das Gesamtpaket hat uns am meisten zugesagt und auch das System aus Komponenten der Firma Sungrow hatte ich schon vorher als eines der Favoriten bezüglich Preis / Leistung ausgemacht.

Folgende Komponenten wurden verbaut:

Wechselrichter25 kW
Sungrow SH25T
Netzwerkanbindung des WechselrichtersLAN (oder alternativ WLAN)
Sungrow WiNet S2
Stromspeicher15 kWh (3 x 5 kWh)
Sungrow SBH150
Energieflussrichtungssensor / SteuerungLAN (oder alternativ WLAN)
Sungrow iHomeManager
Solarmodule24,92 kWp (56 x 445 Wp)
Trina Solar Vertex S+ (TSM-445_NEG9R.28)
N-Typ, Monokristallin, Glas-Glas, Standard (Nicht „Full Black“)
UnterkonstruktionEdelstahl / Aluminium (Haken höhenverstellbar)
Schletter
Heizstab3 kW (dreiphasig)
Türk + Hillinger Elektrowärme

Die Anlage läuft nun seit wenigen Tagen und es ist Winter. Um eine Aussage über den Ertrag etc. zu treffen sollte das ganze schon mindestens ein Jahr laufen, besser zwei oder mehr um Vergleichswerte zu haben.

Rechnerisch sollten ca. 20.000 kWh pro Jahr machbar sein, wenn das nur grob hinkommt ist alles wie gewünscht. Den Stromspeicher werden wir unter Umständen in Zukunft erweitern, diese Entscheidung ist natürlich abhängig von der Nutzung der jetzt installierten 15 kWh. Da das verbaute System das „Große“ von Sungrow ist kann jeder Speicherturm auf maximal 40 kWh (8 Module mit je 5 kWh) erweitert werden. Insgesamt vier Türme kann man zusammenschalten – das wären dann absolut verrückte 160 kWh, die technisch möglich sind.

Aufgrund der Platzierung bei uns im Versorgungsraum könnten noch zwei bis drei Module problemlos erweitert werden, das wären dann auch schon stolze 25 bzw. 30 kWh.

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