Rollen oder Füße am Netzwerkschrank – Warum nicht einfach beides?

Veröffentlicht am Published on 发表于 27. Februar 2026 um at , 18:22

Bei uns sind zwei großzügig ausgelegte Netzwerkschränke geplant und auch schon angeschafft (12SZBIT42U88RAGM von ZPAS), mit jeweils 42 HE Bauraum bei 80 cm Breite und Tiefe. Einer im EG um das „ankommende Internet“ sinnvoll zu verteilen (Gedacht ist Glasfaser von der Deutschen Giganetz das auch schon gelegt und aktiv ist, möglich wären aber auch Kabel von Vodafone oder klassisch (V)DSL, außerdem wie fast überall Mobilfunk und Satelliteninternet) und um für die Storageserver und NAS einen kühlen Platz zu schaffen.

Um diesen sehr beengt eingebauten Schrank wird es nun in diesem Beitrag gehen. Der zweite Schrank wird sich im DG befinden und für Computing und den Großteil des Switchings zuständig sein, in einem extra dafür abgeteilten und separat klimatisierten Bereich mit mehr als genug Platz in jede Richtung.

Zwei 42 HE Netzwerkschränke von ZPASIT-Budget

Problemstellung

Es gibt gerade im elektrischen Bereich in Deutschland eine Vielzahl an Vorschriften bezüglich einfach allem, mit Abhängigkeiten von allem. Das führt an manchen Stellen zu verzwickten Gegebenheiten, um genau so eine geht es hier:

Vor dem Hauptzählerschrank muss mindestens 1,20 Meter unverstellter Platz gewährleistet sein. Genauso vor dem Hausanschlusskasten (HAK), der sich genau wie der Zählerschrank und der Netzwerkschrank in einem Raum mit weniger als 7 Quadratmetern befindet. Das klingt eng und das ist es auch: Durch die etwas ungünstige L-Form des Raumes verschärft sich das Problem zusätzlich.

Beide Abstände gleichzeitig können nicht eingehalten werden, im Altbau kann man sich leider nicht alles aussuchen. Da man an den Zählerschrank öfters und an den HAK regulär nie ran muss sind die Zugangsprioritäten klar – Was ist aber wenn man den Abstand zum HAK zwingend (temporär) herstellen muss?

Was tun?

Zum Glück befinden sich an jeder Ecke der Bodenplatte der Schränke einfach je ein M12 Gewinde, das nach innen sogar offen ist und somit die Einschraubtiefe nicht nennenswert einschränkt. Die Netzwerkschränke haben mitgelieferte Füße, um den Schrank nivellieren zu können:

Mitgelieferte M12 NivellierfüßeIT-Budget

Wenn ich nun diese simplen Füße* wie ursprünglich geplant einbauen würde, könnte der Schrank mit seinem später ausgebauten stattlichen Gewicht niemals mehr sinnvoll bewegt werden. Das ist einerseits gut da die Cat. 7A Installationsleitungen* sowieso nicht für Bewegungen ausgelegt sind aber schlecht um das Ganze temporär zu verschieben.

Es gibt als Alternative eine Vielzahl von Rollen, gebremst oder ungebremst aus verschiedensten Materialien. Das wäre die simpelste Lösung, einfach Rollen mit M12 Gewinde* statt den Füßen verbauen. Der Nachteil ist das sich diese „in den Boden stehen“, da PVC in diesem Raum verlegt werden wird und dieser mit der Zeit sicher etwas nachgibt. Parallel ist ein dauerhaftes Stehen in gleicher Position vermutlich auch nicht besonders gut für die Lager der Rollen.

Es gibt sie, die optimale Lösung:

Nach etwas Recherche bin ich auf mehrere Arten von Schwerlastrollen gestoßen, die beides vereinen:
Rolle und Standfuß, dieser sogar gummiert. Der Originalhersteller dieser Art Kombifüße scheint der Hersteller G-DOK mit der Marke „FOOT MASTER®“ zu sein (Produktübersicht als PDF, archive.org), mit entsprechenden Patenten und Preisen. Da heute das meiste zeitnah nachgebaut wird ist auch ein um einiges bezahlbarerer und ebenso passender Klon nicht schwer zu finden (Man beachte das mitkopierte aber abgeänderte „FOOT MASIER“ statt „FOOT MASTER®“):

Von diesem gibt es dann sogar wie im Original noch eine leicht weiterentwickelte Form als Nachbau, u.a. mit Weldinger-Branding* – für diese Variante habe ich mich letzendlich entschieden: Statt sich wie bei ersten Variante mit dem Drehrad zur Höhenverstellung abmühen zu müssen (das mit mehr Gewicht und mehr Standzeit garantiert wesentlich schwerer zu verstellen sein wird) kann man den integrierten Fuß einfach „hoch- oder runterrätschen“, bei hoher Gewichtsbelastung dann auch z.B. mit einem Schraubendreher als Verlängerung zur Kraftverstärkung:

Das Gewicht steht wie bei der Drehrad-Variante zuvor dauerhaft auf dem gummierten Fuß, der wiederherum innen durch ein Gewinde hoch oder runtergestellt wird und somit sicher steht und falls ein Bewegen nötig wird kann man alle vier Füße einfach „herunterrätschen“ bis die Rolle sicher aufsteht und der Fuß genug Abstand zum Boden hat.

Hier wurde zwar auch kopiert, aber nicht ganz so dreist wie bei der vorigen Variante, „FOOT CASTOR“.

Verkauft wird diese Lösung für Werkbänke und Laborequipment, aber auch für meinen Einsatzzweck sind die Füße sehr gut geeignet. 1000 KG maximale Traglast bei vier Füßen ist ebenfalls gut dimensioniert, das ist auch das Limit des Schrankes. Lediglich die gelbe Farbe des Sechskants zum Kontern des M12 Gewindes hat mir nicht zugesagt, diesen habe ich passend zum restlichen Fuß schwarz glänzend lackiert:


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