Unser größtes Synology-NAS, ein DS1819+, ist mit einem PCIe 3.0 x8 Erweiterungsslot (elektrisch mit vier Lanes angebunden) ausgestattet was damals neben acht 3.5″ Festplattenschächten einer der Gründe war dieses spezifische Modell anzuschaffen. Gekauft wurde unser Exemplar direkt nach dem Release – Mitte 2019. Auch schon fast 7 Jahre her.
Seither wurde der RAM von der Werkskonfiguration von einem 4 GB DDR4-2133 Riegel auf 2 x 8 GB DDR4-2133* für insgesamt 16 GB Arbeitsspeicher und Dual-Channel Betrieb aufgerüstet und die Datenträgerkonfiguration mehrfach geändert. Im Moment sind acht 18 TB Laufwerke von Western Digital* verbaut, die ursprünglich aus externen 3.5″ WD Elements* Festplatten stammten.
Durch einen Zufall habe ich nun die längst überfällige Netzwerkaufrüstung durchgeführt:
Eigentlich war gedacht, eine der lauffähigen Intel-Netzwerkkarten als Alternative zu den sehr überteuerten Synology-rebrandeten Karten zu verwenden, da diese günstig und in Fülle gebraucht erhältlich sind. Typische Kandidaten mit 10 Gbit über RJ45 (Kupfer) wären die X540-T2* mit zwei bzw. X540-T1* mit nur einem Port oder die deutlich bessere aber auch teurere X550-T2* bzw. X550-T1*. Beide haben das bekannte Problem, warm bis heiß zu laufen. Bei der X540 sind Instabilitäten und Abbrüche ohne aktive Kühlung keine Seltenheit, zumal diese auch nur 10, 100, 1.000 oder 10.000 Mbit unterstützt, 2.500 und 5.000 Mbit fehlen. Dafür ist der Chip zu alt (Diese Zwischenschritte wurden erst später eingeführt).
Aufgrund dieser Gegebenheiten und der Tatsache, das mehr als 1 Gbit bei uns momentan eher „Nice to have“ als unbedingt nötig ist habe ich das Netzwerkupgrade auf unbestimmte Zeit hinausgeschoben.
Bis mir vor wenigen Tagen am unteren Ende der „Mindstars“ von Mindfactory die „E10G18-T1*“ Netzwerkkarte von Synology als Einzelstück für 99 € inkl. Versand ins Auge fiel (Testbericht in Englisch). Da ich seit längerem auch noch einen 50€ Gutschein für Mindfactory zur Verfügung hatte war klar: 99 € für eine garantiert immer kompatible Netzwerkkarte ohne Basteln oder Probleme ist kein schlechtes Angebot, der wenig schwankende Normalpreis für dieses Modell bewegt sich seit es auf den Markt kam um die 150 €. Das ich am Ende dann dafür stattdessen 49 € bezahlt habe machte die Aktion noch unausweichlicher für mich. Also los gehts, Karte gekauft.
Heute kam diese an, wie erwartet originalverpackt und zeitnah:




Diese Karte basiert auf dem „AQC107“ von Aquantia (Ein Netzwerkausrüster, mittlerweile von Marvell übernommen). Das ist im Vergleich zu den älteren Chips von Intel ein sehr stromsparender Netzwerkcontroller (~6 Watt). Einen noch sparsameren Nachfolger aus diesem Hause gibt es aber auch schon, den „AQC113“ (~3.5 Watt).
100 / 1.000 / 2.500 / 5.000 und 10.000 Mbit werden unterstützt, also alles was man sich wünschen könnte.
Überblick und RAM
Voll bestückt wiegt die DiskStation 1819+ schon ein paar Kilo, da ist es ratsam die (im Moment fast unbezahlbaren) Festplatteneinschübe samt Laufwerken herauszunehmen. Ich habe die Aufrüstung mit einer Reinigung kombiniert, die NAS stauben als dauerlaufende Geräte schon schnell ein und es war mal wieder Zeit:


Um an den Arbeitsspeicher (in meinem Fall zur Reinigung) zu gelangen, muss das DS1819+ umgedreht werden. Im Anschluss müssen zwei PH2-Kreuzschlitzschrauben entfernt werden um den Schacht öffnen zu können:


Die Erweiterungskarte einbauen
Um an den PCIe-Slot zu gelangen muss das Blechgehäuse entfernt werden. Dazu müssen alle rot umkreisten PH2-Kreuzschlitzschrauben entfernt werden, anschließend kann das Blechgehäuse durch schieben in Richtung Rückseite ausgehängt und vorsichtig abgenommen werden. Die blau umkreiste Kreuzschlitzschraube dient zur Befestigung der Karte / des Slotblechs:

Jetzt kann die Karte sehr einfach eingebaut werden:





Fertig?
Ja, das war alles. Nun einfach alles in umgekehrter Reihenfolge wieder zusammenbauen und siehe da:

In der Netzwerkkonfiguration wird der zusätzliche RJ45-Port nun korrekterweise als „LAN 5“ angezeigt. Das ist die Stärke der von Synology selbst vertriebenen Erweiterungsmöglichkeiten: Einstecken und läuft. Alternativ zu dem von mir eingebauten Modell gäbe es auch noch andere Möglichkeiten:
