Viele Leute mit ähnlichen Setups wie wir verwenden seit Jahren Mini-PCs als „Microserver“ oder bauen diese passend um, zum Beispiel auch als Firewall (pfSense). Sehr beliebt sind die Modelle von Lenovo, allen voran die mit Intel CPUs achter Generation und neuer (Windows 11 Kompatibilität!). Es gab über die letzten Jahre ständig immer wieder Angebote von Wiederaufbereitern in verschiedensten Konfigurationen und ebenso unterschiedlichen Preisen.
Alternativ wären noch die Varianten von Dell und HP zu nennen. Auch von Fujitsu gibt es ähnliche PCs in kleinem Formfaktor. Sinnvoll filtern wird nur möglich sein, wenn man sich überlegt was man bereit ist zu bezahlen und welche Anforderungen es gibt. Am Ende wird es auf ein kurzfristiges, spezifisches Angebot herauslaufen.
Anforderungen
Generell sei gesagt: Es gibt mittlerweile Varianten mit AMD Prozessoren, zusätzlich zu denen mit Intel-CPUs. Je nach Anwendungszweck kann man die einen oder anderen im Vorfeld ausschließen:
Soll transkodiert werden, beispielsweise für Immich, Kodi, Plex oder Jellyfin?
Dann fällt alles mit AMD-CPU bzw. APU heraus. Warum? Die integrierte Grafikeinheit ist im Vergleich zu der in Intelprozessoren qualitätsarm und schwach beim (parallelen) Kodieren von Videomaterial. Stärker in Spielen, aber das nützt in einem Server nicht wirklich etwas. Als Emulations-PC oder im Desktopeinsatz mit Linux wären dann die AMD-Varianten wieder die heißeren Kandidaten.
In unserem Fall soll Proxmox laufen, wie gehabt auch mit Nutzung der integrierten Intel-GPU zur Transkodierung. Also muss es ein Modell mit Intel-CPU sein. Ideal wäre ein Intelprozessor 11ter Generation oder neuer, da die iGPU seitdem bedeutend leistungsstärker ist. Leider sind diese selten zu einem guten Preis verfügbar. Ab der 12. Generation kommt dann der Umstand dazu, das nur noch wenige Modelle auf DDR4 bauen und stattdessen nur mit dem sehr teuren DDR5 arbeiten.
Entscheidung?
Zum Vergleichszeitpunkt sahen für mich lediglich manche Angebote mit 8ter, 9ter und 10ter Generation Core Prozessoren interessant aus. Nachdem ich eine Tabelle aller in meinem Besitz befindlicher DDR4 SO-DIMM RAM-Riegel erstellt hatte, wusste ich auf was es hinauslaufen würde:
Zwei Mini-PCs, halbwegs bezahlbar, mit sinnvoller Arbeitsspeicherbestückung. Dazu mindestens zwei M.2 Steckplätze als 2280-Ausführung mit voller Anbindung (4 Lanes, PCIe 3.0) und eine Möglichkeit, einen SATA-Datenspeicher zu verbauen.
Da fallen die günstigen und beliebten M720q oder M920q von Lenovo heraus: Nur ein M.2 Slot ist bestückt. Wenn man beide möchte muss man z.B. zur selteneren und teureren „M920x“ Variante greifen. Ehrlicherweise gefällt mir das Design der Dell- und HP-Modelle auch einfach besser – Simpel in Graustufen. Nach einigem Preis- und Datenblattvergleich wurden es dann zwei…
…HP EliteDesk 800 G6 DM!
Erstens weil mir die Geräte sowohl was Erweiterbarkeit als auch Design betrifft wirklich gut gefallen und zweitens weil ich diese mit folgender Ausstattung für knapp 300 € pro Stück erwerben konnte:
| Komponente | Verbaut |
|---|---|
| Prozessor | Intel Core i5-10500T 6 Kerne, 12 Threads Grundtakt 2.30 GHz Gesockelt (FC-LGA 1200) 35 Watt TDP |
| RAM | 16 GB DDR4-3200 @ 2666 MHz SO-DIMM, nur ein Riegel verbaut (Das momentan wichtigste, optimal zum „auffüllen“!) Maximal sind 2 x 32 GB mit 2666 MHz Takt möglich |
| Bootgerät | 256 GB WD SN530 (PCIe 3.0 x4, NVMe) Zweiter M.2 Slot leer Kein SATA-Caddy vorhanden |
| Sonstiges | Zustand sehr gut WLAN samt Bluetooth ist verbaut (Intel AX201, hätte ich nicht gebraucht) Im primären Flex-IO v2 Steckplatz ist bei beiden das „HDMI“ Modul verbaut In einem war im sekundären Flex-IO v2 Steckplatz das Modul „Seriell RS232“ verbaut |
Meine Wunschkonfiguration dieser Modellserie ist es leider nicht: Ich hätte Varianten mit wesentlich leistungsstärkeren 65 Watt TDP Prozessoren bevorzugt, die auch eine deutlich überlegene Kühllösung besitzen. In einem Markt mit diesen Preisen kann man sich manches leider nicht aussuchen, es wird immer ein Kompromiss sein.
Durch die Wahl dieser 35 Watt TDP Modelle ist man in Zukunft aufrüstungstechnisch auf „T“-CPUs beschränkt, die seltener und eigentlich immer teurer zu finden sind als die Äquivalente mit 65 Watt. Das Maximalmodell „Intel Core i9-10900T“, ein satter Zehnkerner mit Hyperthreading ist beispielsweise fast nicht auffindbar. Das in OEM-Gaming-PCs oft verbaute Modell „i9-10900“ ohne „T“ hingegen sogar oft und recht günstig, viele haben wohl auf den i9-10900K oder gleich auf eine CPU elfter Generation aufgerüstet.
Parallel ist auch die Stromversorgung auf dem Mainboard der 35 Watt Modelle und das mitgelieferte Netzteil nicht fähig, stärkere Prozessoren zu treiben (Nicht alles wurde bestückt). Für mich war die nun gekaufte Konfiguration hauptsächlich deshalb passend, da der Preis stimmte und der Stromverbrauch natürlich sehr niedrig sein wird. Dazu ist die Leistung der iGPU und des Single-Core-Boosts grob vergleichbar mit dem vorhandenen i5-10210U, das war das Ziel. Mehr ist immer gut aber nicht im Dauerbetrieb wenn das dann auch wesentlich mehr Stromverbrauch und Hitze bedeutet.